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Fibromyalgie - Ursachen, Auslöser und Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden

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Menschen, die an Fibromyalgie erkranken, gehen oft einen langen Leidensweg, bevor die richtige Diagnose gestellt wird und eine wirksame Therapie eingeleitet werden kann. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht gänzlich erforscht. Dementsprechend zielt die Behandlung darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Im Folgenden erfahren Sie, welche körperlichen Veränderungen der Fibromyalgie zugrunde liegen und welche Therapiemaßnahmen sich erfolgreich bewähren.

Was ist Fibromyalgie?

Die Fibromyalgie, auch unter dem Begriff "myofasziales Schmerzsyndrom" bekannt, beschreibt eine nicht-entzündliche Erkrankung, die chronisch und schubweise verläuft und dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet wird. Sie gilt als nicht heilbar und schwer zu diagnostizieren, da im Labor ausgewertete Blutbilder und Röntgenuntersuchungen keine Hinweise auf das Vorliegen der Krankheit liefern. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie keine Schädigungen der inneren Organe, des Skeletts und der Gelenke verursacht. Die Betroffenen leiden unter teils starken, meist generalisierten Schmerzen der Muskulatur und des Bewegungsapparats. Diese manifestieren sich an den von Medizinern als Tender Points bezeichneten Körperbereichen in Form von Brennen, Stechen oder Muskelkater-ähnlichen Beschwerden. Sowohl die Schmerzen als auch die vielfältigen Begleitsymptome wie Erschöpfung, Morgensteifigkeit, Schwellungen, Reizblase und Reizdarm, Tinnitus oder Zittern in den Gliedmaßen führen zu erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität und Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit. Viele Betroffene leiden zudem an Depressionen, Schlafstörungen und Angstzuständen.

Mögliche Ursachen des myofaszialen Schmerzsyndroms

Die Fibromyalgie ist ein in den westlichen Industrienationen weit verbreiteter Symptomkomplex, der geschätzte vier Prozent der Bevölkerung betrifft. Da Frauen im Vergleich zu Männern um ein Vielfaches häufiger daran erkranken, vermuten Wissenschaftler, dass hormonelle Faktoren die Entstehung einer Fibromyalgie begünstigen. Die Tatsache, dass die Erkrankung in Familien gehäuft auftritt, lässt darauf schließen, dass auch eine genetische Disposition eine Rolle spielen könnte. Die genauen Ursachen der Fibromyalgie konnten jedoch bis heute nicht eindeutig definiert werden.

Lange Zeit nahmen Mediziner an, dass es sich bei der Fibromyalgie um eine Begleiterscheinung psychischer Erkrankungen handelt. Tatsächlich treten die charakteristischen Symptome häufig als Folge von seelischen Traumata oder psychischer Überbelastung auf. Allerdings sind sich die Wissenschaftler heute einig, dass die Fibromyalgie eine eigenständige Krankheit beschreibt. Rein organisch betrachtet liegen der Fibromyalgie bestimmte Störungen zugrunde, die im Bindegewebe, also direkt unter der Haut befindliche Nervenfasern betreffen. Als Ursachen werden Schädigungen des zentralen Nervensystems angenommen, die dazu führen, dass im Gehirn Veränderungen in der Verarbeitung von sensorischen Signalen stattfinden und ein chronisches Schmerzempfinden auslösen. Als Ursachen dieser neurologischen Störungen kommt ein Mangel des Neurotransmitters Serotonin ebenso in Betracht wie starke Schwankungen im Hormonhaushalt, die vor allem durch chronischen Stress bedingt sind.

Mögliche Auslöser einer Fibromyalgie

Obwohl die genauen organischen Ursachen der Fibromyalgie nicht gänzlich erforscht sind, haben Wissenschaftler verschiedene Auslöser definiert. Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Frauen, die körperliche oder seelische Gewalt wie etwa sexuellen Missbrauch erfahren haben, besonders häufig an einer Fibromyalgie erkranken. Auch Menschen, die unter Burn-out leiden, sind einem hohen Risiko ausgesetzt, die Krankheit zu entwickeln. Neben hormonellen Einflüssen und psychischen Faktoren kann auch eine zu starke körperliche Belastung oder Überanstrengung über einen längeren Zeitraum die Entstehung einer Fibromyalgie begünstigen. Häufig tritt die Erkrankung plötzlich nach einer Infektion wie beispielsweise einer schweren Influenza auf. Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht werden ebenfalls zu den wichtigsten auslösenden Faktoren gezählt. 

Möglichkeiten einer Therapie der Fibromyalgie

Eine ursächliche Behandlung der Erkrankung ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich. Die Therapie einer Fibromyalgie zielt daher darauf ab, durch verschiedene Maßnahmen einer Chronifizierung der Beschwerden entgegenzuwirken und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine erfolgreiche Behandlung der Erkrankung umfasst mehrere Fachgebiete innerhalb der Medizin und schließt auch konsequente Veränderungen der Lebensgewohnheiten durch die Betroffenen mit ein.

Eine zentrale Rolle kommt der psychologischen Betreuung der Patienten zu. Unter Anleitung eines erfahrenen Psychotherapeuten oder Psychiaters können die Betroffenen lernen, chronischen Stress oder die der Erkrankung zugrundeliegenden seelischen Belastungen zu überwinden. Schmerzbewältigungstechniken, Entspannungsübungen, Meditation oder Biofeedback werden in der Psychotherapie erfolgreich eingesetzt, um den Umgang mit den Beschwerden langfristig zu erleichtern. Bei schwerer Ausprägung der Erkrankung kann eine zeitlich begrenzte Gabe von Antidepressiva zu einer Senkung der Schmerzschwelle und Verbesserung der Schlafgewohnheiten beitragen.

In der Schulmedizin stehen kaum Möglichkeiten zur Verfügung, um eine Fibromyalgie zu behandeln. Da die Einnahme von Schmerzmitteln mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist, eignet sich diese Maßnahme nicht für die Anwendung über einen langen Zeitraum. Physikalische Therapiemethoden hingegen haben sich in der langfristigen Behandlung der Fibromyalgie sehr erfolgreich bewährt. Heilpraktikern und Physiotherapeuten stehen unterschiedliche sanfte Methoden zur Verfügung, die darauf abzielen, die Bewegungsfähigkeit der Patienten zu verbessern. Durch die chronischen Muskelschmerzen und die Gelenksteifigkeit leiden viele Betroffene unter erheblichem Bewegungsmangel, der die Symptome einer Fibromyalgie verstärkt und den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflusst. Durch physikalische Behandlungsmethoden kann der Körper wieder langsam an Bewegung gewöhnt werden. Dies stärkt und dehnt die Muskulatur und erleichtert den Patienten, sanfte sportliche Betätigung wie Thai Chi, Yoga oder Schwimmen allmählich in den Alltag zu integrieren. Besonders empfehlenswert sind heiltherapeutische Bewegungsübungen, die in Warmwasserbecken oder im Thermalbad zur Anwendung kommen, da sie von den Betroffenen als angenehm und in den meisten Fällen schmerzfrei  empfunden werden.

Ganzheitliche Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden

Um den Erfolg einer physikalischen Behandlung zu beschleunigen, können unterstützend verschiedene alternative und ganzheitliche Therapieansätze zur Anwendung kommen. Bei akuten Schmerzen sind Akupunktur, Behandlungen mit Infrarotlicht, warme Moorpackungen und Kälteanwendungen besonders empfehlenswert. Begleitend setzen viele Physiotherapeuten die Elektrotherapie und die lokale Vibrationstherapie ein, um die Schmerzen nachhaltig zu lindern. Massagen, Lymphdrainagen und Fango können ebenfalls dazu beitragen, das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern.

Menschen mit Fibromyalgie können selbst einiges dazu beitragen, um ihre Lebensqualität langfristig positiv zu beeinflussen. Der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, die das Schmerzempfinden erhöhen, ist eine wichtige ganzheitliche Maßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität. Betroffene sollten alle säurebildenden Lebensmittel, vor allem rotes Fleisch und Wurstwaren, Zucker, Fertignahrung und Weißmehlprodukte weitgehend vom Speiseplan streichen. Um den Hormonhaushalt zu stabilisieren, sollte die Ernährung hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren aus hochwertigen Pflanzenölen und fettem Seefisch sowie tägliche Portionen an Obst und Beeren, Trockenfrüchten, Nüssen, Kräutern und Blattgemüse umfassen. Diese Lebensmittel enthalten hohe Konzentrationen an Mineralstoffen, Vitaminen und Antioxidantien, die sich nachweislich positiv auf die Schmerzverarbeitung im Gehirn auswirken. Insbesondere Zink, Magnesium, einige Vitamine der B-Gruppe sowie die Aminosäure L-Tryptophan kurbeln die körpereigene Synthese von Serotonin an und sollten dem Körper daher in möglichst hohen Mengen zur Verfügung gestellt werden. 

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